Arbeitswelten
Der Arbeitswelten-Schwerpunkt wird unterstützt von der Arbeiterkammer Salzburg.
Studium fertig! Und jetzt?
Ein Studium bietet für viele künstlerisch aktive Studierende oft einen geschützten Rahmen: Sie dürfen hier noch experimentieren, „ihr Ding drehen“, mit den Ressourcen, die ihnen der Ausbildungsort (Equipment), das Elternhaus (Geld, Versicherungen) oder der Staat (Stipendien) bereithalten. Musikvideos werden neben dem Studium für befreundete Bands gedreht und der Dokumentarfilm entsteht so nebenbei auf Reisen in den Semesterferien. Das alles geschieht meist noch frei von ökonomischen und gesellschaftspolitischen Bedürfnissen und Zwängen. Nach dem Studium trifft der junge Mensch auf eine Welt mit neuen Regeln – und ist auf diese in vielen Fällen nicht vorbereitet. Viele versuchen die Selbständigkeit, wagen zaghafte Schritte in die Welt der Stipendien und Förderungen oder starten ihre eigene Multimediafirma. Wer einen Film drehen möchte – möge er noch so kurz sein –, braucht vielleicht neben Material auch Personal und somit viel Geld. Wer bei einem Projekt mitarbeiten möchte, braucht neben einem guten Netzwerk auch gute Nerven, vor allem deshalb, weil nach dem Projekt oft wieder dieselbe Frage steht: „Und was kommt jetzt?“
BranchenkennerInnen und FilmemacherInnen berichten im diesjährigen Arbeitswelten-Schwerpunkt von ihren Erfahrungen in der Film- und Audiovisionsbranche. Wie haben sie es geschafft? (Oder: Wie versuchen sie, in dieser Branche zu überleben?) Gibt es Initiativen, die den Gang ins Berufsleben erleichtern oder Starthilfen geben? Wie präsentiert sich die soziale Lage für junge Filmschaffende?
Donnerstag, 13. November, 18–19 Uhr, Saal 1
„FRANZ NOVOTNY, wie haben Sie das denn gemacht?“
Robert Buchschwenter im Gespräch mit dem Filmemacher und Produzenten
Franz Novotny machte an der Akademie der bildenden Künste das Diplom zum akademischen Maler. Nach mehreren Spielfilmen (u.a. Exit – Nur keine Panik (1979)) als Regisseur und umfassender Tätigkeit als Regisseur von Werbefilmen (u.a. ÖBB, Ferrero, Telekom) gründet er mit Karin Novotny 1995 die Novotny & Novotny Filmproduktion GmbH. Herstellung von Werbefilmen, Produktion mehrerer Kinospiel- und Dokumentarfilme im nationalen und europäischen Bereich, daneben auch Produktionen für das Fernsehen. Seit 2000 Entwicklung mehrerer internationaler Kinospielfilme, vom Erstlingsfilm bis zu Kinofilmen mit mittleren Budgets. Novotny produzierte den diesjährigen Eröffnungsfilm der Diagonale – Festival des österreichischen Films, Kleine Fische, den Debütfilm des Filmakademie-Absolventen Marco Antoniazzi.
Freitag, 13. November, 16–18 Uhr, Saal 2
Zur Lage (und den Möglichkeiten) junger Filmschaffender in Österreich
Susanne Schelepa, Mitautorin der vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur beauftragten Studie „Zur sozialen Lage der Künstlerinnen und Künstler in Österreich“ und Mitarbeiterin der Lechner, Reiter und Riesenfelder Sozialforschung OEG in Wien, und Zuzana Brejcha, Vorstandsmitglied des Dachverbands der österreichischen Filmschaffenden, präsentieren und diskutieren die Lage junger Filmschaffender in Österreich.
Im Vorfeld präsentieren sich interessante Initiativen und Plattformen, die Anlaufstellen und Starthilfen für junge FilmemacherInnen bieten. U.a. werden Barbara Eppensteiner, Programmintendantin des Wiener Community-TVs Okto, Sandra Bohle vom Drehbuchforum Wien und Susanne M Wastl, Koordinatorin für Nachwuchsförderung der Filmabteilung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur sowie des Österreichischen Filminstituts, zu Gast sein und ihre Initiativen vorstellen.
Freitag, 13. November, 18–19 Uhr, Saal 1
„ARASH T. RIAHI, wie haben Sie das denn gemacht?“
Dominik Tschütscher im Gespräch mit dem Filmemacher
Arash T. Riahi, 1972 im Iran geboren, lebt seit 1983 in Österreich. Studium der Film- und Geisteswissenschaften, von 1995 bis 2002 freier Mitarbeiter bei den ORF-Sendungen Nitebox, aktuelle Kultur und Kunst-Stücke. 1997 Gründung der Film- und Medien-Produktionsfirma Golden Girls Filmproduktion. Diverse prämierte Dokumentarfilme, Werbespots, Musik-Videos, Kurz- und Experimentalfilme. Der Film Die Souvenirs des Herrn X (2004) war sein erster Kinodokumentarfilm, es folgte der mehrfach international prämierte Kinodokumentarfilm Exile Family Movie (2006). Ein Augenblick Freiheit (2009) ist sein erster Kinospielfilm, der als österreichische Nominierung für den Auslandsoscar der Academy Awards 2010 ins Rennen geschickt wird.
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