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Festival der studentischen Filmkultur Österreichs
Salzburg 8. – 13. November 2010


film:riss x 10

Das Jubiläumsprogramm

film:riss begann als kleine Werkschau der Salzburger Ausbildungsstätten, wurde 2005 zum nationalen Filmfestival ausgeweitet und entwickelte sich seither zur wohl wichtigsten Präsentationsplattform für das junge heimische Filmschaffen in seiner ganzen Breite: ob experimentell, dokumentarisch oder fiktional, ob kurz oder lang.

Experimente und Anpassungen gab es in diesen zehn Jahren viele. Wir versuchten, filmwissenschaftliche Symposien und Ausstellungen in das Festivalprogramm zu integrieren. Es gab Sonderprogramme (bspw. „Salzburg Werkschau“), die nur einmal angeboten wurden. Die Festivaleröffnung war zunächst auf der Uni, dann in der Galerie 5020 und landete schließlich im Das Kino. Manche Programmpunkte etablierten sich von Anfang an beispielhaft: der Workshop der Drehbuchwerkstatt, der sich zu dem mit 1000 Euro dotierten Drehbuchpreis spec_script Award wandelte; die Zusammenarbeit mit der Blauen Gans (Young Filmmakers in Residence) und mit der AK Salzburg (Arbeitswelten). Von der Suche nach dem richtigen Weg erzählen auch vier Logo-Anpassungen in zehn Jahren und die sich ändernden Untertitel des Festivalnamens: Es begann mit „Das Studentenfilmfestival“, wurde zum „StudentInnenfilmfestival“, dann zum „Festival der studentischen Filmkultur“ und schließlich zum „Festival der studentischen Filmkultur Österreichs“.

Was zehn Jahre lang hielt, war: film:riss. Immer klein geschrieben und mit Doppelpunkt. Das Label für ein nationales studentisches Filmfestival schien zu halten; nur in den Nuancen war man sich nicht immer einig. Es war ein ständiger Versuch, die richtige Ausgestaltung des Festivalprofils zu finden.

film:riss wird 10 Jahre alt – und findet damit seinen Schlusspunkt. Das Festival hat in den Rahmenbedingungen, in denen es stattfindet (Universität, Förder- und Finanzsituation, Vereinsstruktur), die entsprechende Umsetzung, aber auch endgültig seine Grenzen gefunden. film:riss wird es in dieser Form noch einmal geben. Dann kommt Raum und Zeit für Anderes, Neues.

Zehn Freundinnen und Freunde, die eng mit dem Festival verbunden sind, wählen in diesem Jubiläumsprogramm den Film, den sie nochmals zeigen und sehen möchten. Es ist ein Best-Of aus zehn Jahren Festivalzeit – und nach dem Versuch, hier ein Festivalprofil in Worte zu fassen, wohl auch die bessere Antwort auf die Frage, was film:riss war, ist und was vom Festival bleibt.

Dienstag, 9. November · 22.15 – 23.45 Uhr

NACH DER EISHÖHLE

von Lukas Marxt und Michael Petri, 2006/07, 30 min, film:riss 07 Siegerfilm Doku Wettbewerb

„Dieser Film verkörpert für mich am besten, wofür film:riss steht. Der Filmwurde von vielen Festivals abgelehnt und von Verleihern nach 5 Minuten abgedreht. Hätten sie gewartet, hätten sie gesehen, wie verstörend großartig dieses Home Movie aus dem Videozeitalter ist. Wer bis zum Ende sitzen bleibt, wird hoffentlich wie die film:riss-Jury fühlen: Es kann nur dieser Film gewinnen.“ Dominik Tschütscher

HELLO!

von Marlene Haderer, 2005, 2 min, film:riss 06

„Ich bekenne mich zur Sehnsucht, IHN noch einmal sehen zu wollen…“ Katja Jäger


BILDEIN

von Eva Hausberger, 2005/06, 18 min, film:riss 06

Eigentlich sollte ich diesen Film gar nicht verstehen dürfen, als Mann. Hat mir eine Frau  gesagt, damals, als ich ihn zum ersten Mal gesehen hab – und begeistert war vom Feingefühl, mit dem hier von unspektakulären, aber einprägsamen Grenzerfahrungen zweier Mädchen erzählt wird. Egal. Man muss nicht schwarz sein, um Rap zu mögen, nicht schwul, um gern zu Disco- oder House-Musik zu tanzen, und keine Frau, um von der Atmosphäre dieses Films gefangen zu sein.“ Robert Buchschwenter

BILDER AUS DEM TAGEBUCH EINES WARTENDEN

von Judith Zdesar, 2007, 23 min, film:riss 07

„Der Film hat mich überrascht. Selten sieht man Dokumentarfilme, die politisch, tragisch und unheimlich komisch zugleich sind. Präsenzdiener im Grenzland. Sie warten auf den ‚Feind’, der nicht kommt. Leere, die von den Protagonisten selbst gefüllt wird. Sie inszenieren persönliche, tragisch-komische Video-Fragmente, die von der Regisseurin zu einem bunten Panoramabild der Sinnlosigkeit montiert werden.“ Bernhard Braunstein

Mittwoch, 10. November · 18.30 – 19.30 Uhr

DAS IST SEHR GUT

von Jakub Vrba, 2009, 5 min, film:riss 09

„Wenn mir 4:30 min auch nach Jahren noch im Gedächtnis geblieben sind, muss wohl etwas für diesen Film sprechen. Ich erinnere mich an einen Wald, einen Scheinwerfer, einen Menschen, der mit dem Rücken zur Kamera in den Wald hinein ruft. Ich erinnere mich an ausdrucksstarken Minimalismus und überbordenden Kitsch. ‚Der Kitsch liegt im Auge des Betrachters’, meint der Regisseur. Um das zu überprüfen, wollte ich Das ist sehr gut gerne mal wieder sehen.“ Dominique Gromes

ECHOS

von Michael Ramsauer, 2005, 33 min, film:riss 05 Siegerfilm Fiktion Wettbewerb

„Ich möchte den Film auch deshalb nochmals sehen, um Katja und Michi einen romantischen Abend zu verleihen. Und weil ich mir damals gedacht habe: Dieser Film ist außer Konkurrenz, der muss gewinnen! Ich erinnere mich noch genau an die Einstellung: drei Jungs sitzen im Auto, einer hinten, zwei vorne; die Farben, es ist Nacht, und ihre Haut ist wunderschön – irgendwie hab ich dieses Bild in meiner Erinnerung konserviert und dem Film den Look von einem Farbfilm aus den 50ern gegeben. Alles leicht weich gezeichnet. Die Jungs wollen Selbstmord begehen. Tun sie’s alle drei oder nur zwei? Ich weiß es nicht mehr, aber einer läuft.“ Anna Bertsch

VERTIGO RUSH

von Johann Lurf, 2007, 19 min, film:riss 08 Siegerfilm Kunstfilm Wettbewerb

„So viele gute Geschichten gab es in den letzten 10 Jahren zu sehen. Und es gibt wohl auch niemanden an dieser Stelle, der eigentlich so wenig Ahnung von Filmen hat wie ich. Trotzdem besitze ich das Glück, durch dieses Festival immer wieder sehr tief im großen Ozean der Bilder tauchen zu dürfen. Und der Film, bei dem meine Augen bisher am weitesten in das Leinwand-Universum blickten, soll stellvertretend stehen für alle ‚meine’ Augenblicke in den letzten 10 film:riss-Jahren: Lasst Euch ein auf Vertigo Rush von Johann Lurf. Einer, der mir mit seinem Film etwas zeigte, das auf dieser Welt vorher noch niemand erlebt und gesehen hat.“ Stefan Deller

Donnerstag, 11. November · 22.45 – 23.30 Uhr

DOUBLAGE

von Iris Blauensteiner, 2007, 6 min, film:riss 07 Siegerfilm Kunstfilm Wettbewerb

„Diese Arbeit zog mich unweigerlich in ihren Bann: Die extreme Reduktion der narrativen Ebene und ihre erzählerische Form rollten einen Teppich aus, dem ich gerne folgte. Warum? Das müsst ihr euch selber ansehen!Matthias Gugler

EINE SCHOKOLADENGESCHICHTE

von Sebastian Prittwitz, 2005, 6 min, film:riss 05

„Ein kleiner Junge, ein Fahrrad, ein Rabe, eine Tafel Schokolade, dörfliche Idylle, prächtige, leuchtende Farben – Bilder, bei denen ich hängen bleibe, wenn ich das in meinem Gedächtnis gespeicherte film:riss-Archiv durchblättere. An die Geschichte selbst erinnere ich mich leider nicht mehr, die Lust auf Schokolade liegt mir aber bis heute auf der Zunge. Ich möchte erneut davon kosten und freue mich, diesen besonders süßen Film wieder einmal zu sehen.“ Samuel Unterkircher

BILDERFALLE NY / GRÜNLAND

von Bernhard Braunstein, Martin Hasenöhrl und Michael Maislinger, 2004, 28 min, film:riss 04 Siegerfilm Doku

Ich würde gerne wieder Bilderfalle NY sehen. Stadtportraits über New York gibt es viele. Aber solche Bilder hat sicher noch niemand von dort gesehen. Ich mag den Film, weil er Bekanntes neu und anders visualisiert. Ich finde, der Film ist eine Inspiration, um über die verschiedenen Möglichkeiten der Visualisierung nachzudenken.“ Alexandra Huber

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