Kunstfilm Panorama
Freitag, 12. November · 22.30 – 23.30 Uhr
NACHNACHT
2009, 8 min
IDEE UND REALISIERUNG Herwig Kerschner
SOUND Michael Fakesch, Herwig Kerschner
DARSTELLER Antonia Schuster, Paul Weixelbaumer, Herwig Kerschner
Zwischen Blüte und Verwesung werden Traumbilder gestreift, ohne eine/n Träumende/n zu definieren. Symbolische Artefakte reihen sich aneinander und generieren ein Ordnungssystem des Unbehagens. Querverweise in Bild und Ton sind die Struktur gebenden Elemente, die das filmische Konstrukt in sich schlüssig erscheinen lassen und stützen sollen. Die Blume blüht, um blühen zu können, der Vogel fliegt, um fliegen zu können, und das Auge sieht alles, außer sich selbst. Der Traum als ausgleichende Instanz vermittelt zwischen Emotion und Erfahrung, rüttelt wach oder lässt ruhen.
AUFFÜHRUNGEN Crossing Europe 2010, Vienna Independent Shorts 2010
HERWIG KERSCHNER (Jg. 1985) aus Linz studiert Zeitbasierte und Interaktive Medien an der Kunstuniversität Linz.
AUSPIZIEN 2010
2010, 3 min
IDEE UND REALISIERUNG Barnabas Huber
MUSIK Bartosz Sikorski
Auspizien 2010 zeigt Vögel, die am Himmel ihre Formationen fliegen. Der einfarbige blaue Himmel wird zu einer blauen Fläche, die sich durch den Vogelflug immer wieder verändert und neu zusammensetzt. Die dynamischen, räumlichen Bewegungen der Tiere greift die Tonebene (in Zusammenarbeit mit dem Musiker und Maler Bartosz Sikorski) wieder auf. Eine chaotische Ordnung scheint Bild und Ton zu verbinden.
AUFFÜHRUNGEN Onomato Screening Düsseldorf 2010, Diplomausstellung Wien 2010
BARNABAS HUBER (Jg. 1976) aus Vöcklabruck studiert Fotografie an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Auspizien ist sein Diplomfilm.
film:riss-Teilnahme: Lauf. (2009)
DER WUNDE RASTER
2010, 4 min
IDEE UND REALISIERUNG Thomas Wagensommerer
Visualisierung von organisierten akustischen Störsignalen bzw. deren Überlagerungen (Auslöschung und Verstärkung)
AUFFÜHRUNGEN Ferienkurse für Neue Musik, Darmstadt 2010
THOMAS WAGENSOMMERER (Jg. 1987) aus Wien studiert Philosophie an der Universität Wien und Digitale Medientechnologie an der Fachhochschule St. Pölten.
LA FOSSE AUX LIONS
2010, 5 min
IDEE UND REALISIERUNG Philipp Hauss
Familienfilme zeigen nie Katastrophen, und das, obwohl die meisten Familiengeschichten genau aus Katastrophen bestehen. Die Kamera wird ausgeschaltet, wenn der Streit beginnt. Die Gesichter fangen an zu grinsen. Nur Kindern ist es vergönnt zu weinen, aber dann stehen meistens die Erwachsenen um sie herum und lächeln beruhigend. Die Nicht-Abbildung der Katastrophe ist auch das Bezeichnende an Werner Herzogs Film La soufrière über einen Vulkanausbruch, der dann doch nicht stattfindet. Gedreht auf 8mm.
PHILIPP HAUSS (Jg. 1980) aus Münster (D) studiert bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien.
UHRSUPPE
2010, 6 min
IDEE UND REALISIERUNG Remo Rauscher
Ein Kilometer Straße des James Lick Freeways in San Franciso, wie ihn Google Street View zeigt. Remo Rauscher macht aus den Beobachtungsbildern des Internets wieder unnahbare Bilder.
REMO RAUSCHER (Jg. 1984) studiert Animation und Postproduktion an der Fachhochschule Hagenberg.
M. ANY
2009, 8 min
IDEE UND REALISIERUNG Jennifer Mattes
M. ANY besteht aus Found-Footage-Videomaterial von Amateurfilmern, die Beiträge ihrer Wohnungen ins Netz stellen und somit Zugang bzw. Einblicke in ihren Privatraum ermöglichen. Lebensräume, die etwas über ihre Bewohner verraten. Das Zuhause, die Intimsphäre. Die unterschiedlichen Ausschnitte der Videos werden miteinander zu einer Architektur verbunden und durchschritten. Künstliche Übergänge werden zwischen ihnen hergestellt. Bild und Ton werden voneinander getrennt. Das Foto, Konservierung und Moment vom Tod des Autors nach Roland Barthes, taucht immer wieder innerhalb des ursprünglichen Mediums Video, in Form von Unterbrechungen, Störungen, Irritation und Stillstand auf.
JENNIFER MATTES (Jg. 1982) aus Stuttgart (D) studiert Digitale Medien an der Akademie der Bildenden Künste Wien.
CONTAINER-1
2010, 3 min
REGIE/PRODUKTION Christo Christoph, Michael Petri
BUCH/SCHNITT Christo Christoph
KAMERA Michael Petri
TON/MUSIK Rauschrr
DARSTELLER Sara Widter, Klaus-Peter Pichler, Christo Christoph
Ein Container ist ein Behälter. Eine Begrenzung, die etwas daran hindert auszutreten, aber auch daran hindert, dass etwas hinein gelangt. Im Container-1 sind Informationskorpuskeln verblieben. Miasmen des Seins. Nicht zuordenbare Seelencluster, die vergessen wurden gelöscht zu werden.
CHRISTO CHRISTOPH (Jg. 1977) aus Linz studiert Mediengestaltung an der Kunstuniversität Linz.
film:riss-Teilnahmen: Alfred (2008), Second (2009)
S.K. INVITATIONAL FEAT. TY – GROUND
2010, 5 min
KONZEPT/REGIE Luzi Katamay, Christian Dietl
KAMERA/SCHNITT Christian Dietl
MUSIK S.K. Invitational feat. Ty
PRODUKTION Lasgafas Filmproduktion, S.K. Invitational feat. Ty
DARSTELLER S.K. Invitational feat. Ty, Silk, u.a.
When HipHop meets Brass! Wie ein überdimensionaler, lärmender Wurm performed sich die Band titelgetreu durch die Katakomben unter der Stadt. Im Gepäck alles, was eine Liveband so braucht: Pauke, Saxophon, Keyboard, Tuba, Trompete, Tänzer, Poser und ein guter MC. Und da unter der Erde die Uhren bekanntlich ein wenig anders ticken als darüber, ist auch in Tempo und Bewegung ein wenig der Wurm drin.
LUZI KATAMAY (Jg. 1982) und CHRISTIAN DIETL (Jg. 1984) aus Linz studieren Audiovisuelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz.
YOU’RE OUT
2010, 6 min
REGIE/BUCH/TON/PRODUKTION Max Liebich
KAMERA/PRODUKTION Anselm Hartmann
MUSIK Ciao Merlin
FÖRDERUNGEN Kultur Niederösterreich, Kärnten Kultur, Verein der Freunde der Filmakademie
You’re Out erzählt die Geschichte eines Aussteigers. Der Protagonist wird zum sehnsüchtigen Beobachter, der die Übermacht der Natur wieder erkennt und auch vom Tod nicht mehr beeindruckt ist.
AUFFÜHRUNGEN Sarajevo Film Festival 2010, Message to Man Film Festival St. Petersburg 2010
MAX LIEBICH (Jg. 1984) aus St. Veit an der Glan studiert Regie an der Filmakademie Wien.
TSCHISAS!
2010, 2 min
IDEE UND REALISIERUNG Petra Richar
Interpretation eines Satzes aus Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra – „Ich würde nur an einem Gott glauben, der zu tanzen verstünde“ – anhand von Werken der europäischen Kunstgeschichte.
PETRA RICHAR (Jg. 1968) aus Wien studiert Malerei an der Universität für angewandte Kunst Wien.
JUST A MEANING THAT YOU ATTRIBUTE TO IT
2009, 10 min
IDEE UND REALISIERUNG Bernadette Anzengruber
Als Ausgangsmaterial für diese Arbeit dient das Spektakel der Wet-T-Shirt-Contests, bei denen sich (bevorzugt vollbusige) Frauen unter den Bedingungen des Wettbewerbs Wasser über ihr weißes Shirt schütten (lassen), um das Darunter sichtbar zu machen. Die künstlerische Arbeit greift exakt den Moment des Sichtbarmachens auf und führt ihn ad absurdum: es gibt Wasser, es gibt Brüste, es gibt ein weißes T-Shirt, doch die Regeln sind andere: das Wasser befindet sich in den Brüsten, Sichtbarkeit wird nur hergestellt, indem die Brüste platzen. Der angestrebte Augenblick voyeuristischer Befriedigung ist praktisch unmöglich zu erreichen, das begehrte Attribut entzieht sich zwangsläufig.
AUFFÜHRUNGEN Diagonale 2010
BERNADETTE ANZENGRUBER (Jg. 1980) studiert Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien.
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